Fahrt nach Rheinland-Pfalz

Platjenwerbe. Der Heimatverein Platjenwerbe hat seine viertägige Busreise während der ersten Septembertage in die historischen Städte Lorsch, Worms und Speyer und an die Pfälzer Weinstraße mit großem Erfolg, positiver Resonanz und in bester Stimmung beendet.

Vorausgegangen waren in diesem Jahr die Busfahrt nach Münster mit Domführung und Besichtigung des Schlosses Nordkirchen, die Tagesfahrt zur ostfriesischen Insel Norderney und die 2-Tage-Fahrt nach Kiel einschließlich Laboe, die von den Teilnehmern, wie die Beauftragte für Kulturreisen Hannelore Teute bestätigte, begeistert aufgenommen wurden.

Am 4. September startete der Reisebus in aller Frühe mit erwartungsvollen Heimatfreunden zunächst in die südhessische Stadt Lorsch, um in dieser Karolingerstadt den historischen Ortskern mit Fachwerkzentrum und das Unesco Welterbe Kloster Lorsch zu erleben. Wie die Reisegruppe erfuhr, war die Geschichte des Klosters Lorsch von den Anfängen 764 bis zu seiner Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg spannend und wechselvoll. Die Benediktinermönche schafften es, Reliquien des Heiligen Nazarius in ihren Mauern zu sichern und das Kloster unter den besonderen Schutz des Königs zu stellen. Neben den bis heute erhaltenen Baulichkeiten dieses ehemaligen Reichsklosters – Königshalle, Basilikafragment und Klostermauer – zeigt die heutige Landschaftsarchitektur die baugeschichtlichen Ausmaße der Anlage.

Gegen Abend erreichte die Reisegruppe das Domhotel Worms im Zentrum der Stadt. Am nächsten Morgen stand ein geführter Stadtrundgang durch die Wormser Innenstadt unter dem Motto: „Zu Fuß durch zwei Jahrtausende“ an. Die beeindruckende Hauptattraktion des Rundganges war natürlich der berühmte Dom St. Peter, eine doppelchörige romanische Pfeilerbasilika, erbaut zwischen 1125 und 1130 auf den Fundamenten des von Bischof Burchard zuvor errichteten Baus.

Die Heimatfreunde bewunderten unter anderem den ornamentalen Schmuck an Ost- und Westchor und das sog. Kaiserportal auf der Nordseite mit figürlicher Gestaltung als „steinerne Bilderbibel“, wo sich der „Streit der Königinnen“ im Nibelungenlied abgespielt haben soll. Im Inneren des Doms beeindruckten die besondere Raumatmosphäre mit den romanischen und spätgotischen Steinbildwerken und der barock ausgestattete Hochaltar im Ostchor.

Weiter ging es zum Lutherdenkmal, dem weltweit größten Reformationsdenkmal, das 1868 vollendet wurde und Figuren und Embleme der Reformationsgeschichte, im Mittelpunkt Martin Luther, zeigt. Der jüdische Friedhof "Heiliger Sand", der älteste jüdische Friedhof Europas, inmitten der Stadt mit circa 2500 Gräbern machte auf die Besucher einen starken Eindruck.

Die Stadt Worms, die im Zweiten Weltkrieg stark zerstört worden war, zeigt den Besuchern dennoch markante Bauwerke wie Teile der etwa im Jahre 900 errichteten Stadtmauer, den Siegfriedbrunnen oder das Schicksalsrad, ein doppelseitiges rotierendes Bronzerad mit für Worms bedeutenden Ereignissen auf der einen Seite und Szenen aus dem Alltagsleben auf der anderen Radseite.

Am Nachmittag stand eine Fahrt über Neustadt und am Hambacher Schloss vorbei zur Pfälzer Weinstraße auf dem Programm. Die hübschen und gemütlichen Weindörfer, egal ob sie Maikammer, Edenkoben oder St. Martin heißen, hatten es der Besuchergruppe angetan. Die Bemerkung, „hier müssen wir mal Urlaub machen“, war häufiger zu hören. Eine Weinprobe mit Vesperteller beendete den Besuch dieser landschaftlich schönen Gegend.

Der dritte Reisetag führte in die über 2000 Jahre alte Dom- und Kaiserstadt Speyer, im Mittelalter eine bedeutende freie Reichsstadt und begann mit einem geführten Rundgang. Die Aufmerksamkeit der Heimatfreunde galt dem Rathaus, einem repräsentativen Spätbarockbau, der Dreifaltigkeitskirche, einer zwischen 1701 und 1717 erbauten lutherischen Kirche und dem Judenhof mit Museum Schpira und Mikwe, einer mittelalterlichen Synagoge mit Ritualbad.

Nach der Mittagspause, die etliche Heimatfreunde in einem urigen Biergarten verbrachten, standen die Fahrtenteilnehmer vor dem Dom zu Speyer, Kaiser- und Mariendom, Unesco Welterbestätte, der im Jahre 1020 von Kaiser Konrad II begonnen und 1061 geweiht wurde. Wie sie von der charmanten Domführerin mit dem angenehmen französischen Akzent erfuhren, wollten die damaligen Herrscher mit diesem mächtigen Bau ihren religionspolitischen Machtanspruch gegenüber dem Papsttum demonstrieren.

Der Dom wurde Grablege (letzte Ruhestätte) für ein Dutzend Kaiser und Könige bzw. Königinnen. Nach seiner Zerstörung im pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 wurde er im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut. Die Krypta mit den Kaisergräbern, eine der größten Unterkirchen, und der Kaisersaal mit 9 großen Fresken, die 1957 aus dem Dom entfernt worden waren, um dessen romanischen Ursprung zu betonen, beeindruckten die Teilnehmer.

Anschließend wurde das Technik Museum Speyer erkundet, das in der Raumfahrthalle und auf dem großen Freigelände beeindruckende Exponate aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Eisenbahn, Schiffsbau, Oldtimer, Motorräder etc. und auf dem Außengelände begehbare Boeing 747, Space-Shuttle, Antonow, U-Boot, Seenotkreuzer unter anderem zeigt.

Den Abschluss der Reise bildete in Worms ein Stadtrundgang unter dem Motto: „Auf den Spuren der Nibelungen“. Dieser Sage um Siegfried, Kriemhild und anderen Sagengestalten begegneten die Fahrtenteilnehmer auf Schritt und Tritt. Worms ist wohl nicht nur aus kommerziellen Gründen die Nibelungenstadt.

Auf der Rückfahrt auch während der Bockwurst-Getränke-Pause wurde deutlich, dass diese Fahrt ein besonderes kulturelles Erlebnis war und die Teilnehmer die Tage in guter Stimmung verbrachten.

 

Faht nach Norderney

Nach dem Besuch des Wasserschlosses in Nordkirchen bei der ersten Sommerreise 2018 und der großen Kieler Förde bei der zweiten Reise, erfuhren die 50 Reiseteilnehmer des Heimatvereins eine weitere Steigerung in Sachen Wasser mit dem Besuch des ersten deutschen Nordseebades Norderney (1797) in der Nordsee bei der dritten Sommereise 2018.

Nach einer sehr entspannten Anfahrt mit dem bewährten Unternehmen Primo

Reisen erreichten wir mit der Fähre bei strahlendem Sonnenschein und idealem Inselwetter die Nordseeinsel Norderney. Nach der Ankunft konnten die Reiseteilnehmer zunächst ihren Inselaufenthalt und die Freizeit durch einen Strandgang (West- und Nordstrand) , Baden oder Bummeln durch die Innenstadt selbst gestalten.

Um 14:00 Uhr trafen sich alle wieder 'Am Rosengarten' in der Innenstadt zu einer 2-stündigen Inselrundfahrt mit der nostalgischen Bömmelbahn. (Namensgebung durch den Inhaber Gerd van Bömmel) Die bequeme Inselrundfahrt führte uns zu den Sehenswürdigkeiten oder wie man heute zu sagen pflegt zu den "HOTS SPOTS" der Insel. Vom Rosengarten ging es zunächst zum Yachthafen, der Meierei, Wasserturm, bis hin zum FKK-Strand u.v.m. Zu guter letzt hatten wir die Gelegenheit, den großen Norderneyer Leuchtturm zu besichtigen.

Der Leuchtturm ist ein aktives, der Schiffahrt als Navigationspunkt, Landmarke und Wegweiser dienendes Seezeichen. Er wurde in den Jahren 1871 -74 auf einer etwa 10 Meter Dühne ungefähr in der Inselmitte erbaut. Mit einer Höhe von knapp 60 Metern über Normalnull (mit Laterne) ist es das höchste Bauwek der Insel. Die umlaufende Zuschauergalerie kann über 253 Stufen erreicht werden.

Das Kap, Wahrzeichen Norderneys und Symbol im Stadtwappen ist eine alte

Peilbake, die 1849 erbaut wurde und der Schifffahrt zur Orientierung diente.

Das alte Kap wurde - nach dem es ausgedient hatte und baufällig war -2017 abgerissen und es erstrahlt heute wieder im ganz neuen Glanz.

Während die Bömmelbahn durch die malerische Landschaft fuhr, gab es vom

Bahnführer wissenswerte Informationen, die auch in amüsanter Weise von ihm erklärt wurden. Die Inanspruchnahme der Bömmelbahn erwies sich als Volltreffer, weil die Reiseteilnehmern trotz der Hitze ganz ohne Anstrengungen die typischen Sehenswürdigkeiten der Insel in Augenschein nehmen konnten und nebenbei wichtige Informationen erhielten. Den meisten Reiseteilnehmern war es vorher auch nicht bekannt, dass die Insel Norderney die zweitgrößte der "Ostfriesischen Inseln mit einer Fläche von 26,29 Quadratkilometern ist und im gesamten östlichen Bereich (etwa 85 % der Inselfläche) im Nationalpark "Niedersächsisches Wattenmeer" liegt und vielen Vogelarten als Rast -und Brutgebiet dient.

So waren auch alle Reiseteilnehmer mit dem erlebten Reisetag mehr als zufrieden und bedankten sich beim Busfahrer, dass er sie durch seine besonnenen Fahrweise alle wieder sicher und unterhaltsam nach Hause brachte.