"Platjenwerber kämpfen um ihren Auetalweg"

Ausschuss befasst sich morgen [23.05.17]  mit Investor-Antrag – Bürger erinnern an Politiker-Versprechen von 1991                                                            (Osterholzer Kreisblatt 22.05.2017, Brigitte Lange)

Platjenwerbe. Keinen Kilometer vom Platjenwerber Ortskern entfernt führt der Auetalweg leicht geschwungen ins Tal der Schönebecker Aue. Der mit Schotter befestigte Weg wird von hohen Baumkronen beschattet und lenkt den Blick auf die im Sonnenlicht badenden Wiesen samt rumtollendem Fohlen. Mit jedem Schritt werden die Häuser weniger, die Landschaft offener. „Dies ist eine unserer schönsten Straßen; sie spiegelt Platjenwerbe noch am besten in seiner ursprünglichen Form wider“, sagt Christoph Morgenroth-Branczyk, Anwohner und Mitglied des Heimatvereins.
Dass ein Investor nun die Hand nach einer am oberen Auetalweg gelegenen Weide ausstreckt, kommt für ihn und viele Platjenwerber nicht infrage. Undenkbar, dass dieses Idyll zerstört werden soll. Die Bürger wollen verhindern, dass sich der am Dienstag, 23. Mai, ab 17 Uhr öffentlich im Rathaus tagende Bauausschuss der Gemeinde Ritterhude für eine Bebauung der Weide ausspricht.
Laut Sitzungsvorlage geht es um eine Fläche von knapp 8000 Quadratmetern, die der Bremer Investor in neun Baugrundstücke aufteilen will. Die schmalen, tiefen Grundstücke hätten eine Größe zwischen 900 und 1000 Quadratmetern und würden vom Auetalweg aus erschlossen. Neun Grundstücke – neun Zufahrten; alle über einen Graben hinweg, Höhenunterschied inklusive. Einfamilienhäuser sollen bei einer Grundflächenzahl von 0,4 entstehen. Heißt: 40 Prozent des Grundstückes dürften überbaut werden. Laut Verwaltung müsste der unbefestigte Auetalweg ausgebaut werden. Die Kosten solle der Verursacher – also der Investor – tragen. Einen Beschlussvorschlag seitens der Verwaltung gibt es nicht. Die Politiker entscheiden.
Dass die Weide bebaut werden könnte, damit hätte keiner gerechnet, erklärt Morgenroth-Branczyk. „Für uns war diese Möglichkeit nie ersichtlich, dabei hatten wir uns erkundigt“, bestätigt Monika Götze. Erst vor gut drei Jahren sind sie und ihr Mann Daniel mit den beiden Kindern in ein altes Haus am Auetalweg gezogen.
Neun Baugrundstücke
Grund für diese Annahme: 1991 wurde ein Bebauungsplan für den Bereich Eichenkamp / Auetalweg aufgestellt. Eine Baulücke sollte mit fünf Baugrundstücken geschlossen werden, berichtet Morgenroth-Branczyk. Auch da protestierten die Bürger. Zur Beschwichtigung sei ihnen von den Politikern zugesagt worden, dass die noch verbliebene Weidefläche im Geltungsbereich des Bebauungsplanes niemals überbaut würde. „Die Weide sollte als Ausgleichsfläche für die fünf Grundstücke dienen“, berichtet er. Als extensiv genutzte Parkanlage wurde sie definiert.
Die Politiker fixierten damals sogar schriftlich, dass die Festschreibung der Flächennutzung dazu diene, den Anwohnern die Bedenken zu nehmen, dass der gezackte Ortsrand von Platjenwerbe weiter zugebaut werde. Darauf weist auch die Verwaltung in ihrer aktuellen Sitzungsvorlage hin. „Damit stehen die Politiker bei den Bürgern im Wort“, so Morgenroth-Branczyk.
Dort, wo der unbefestigte Auetalweg beginne, fange die Naherholung an, sagen die Platjenwerber. Dort sei die Eintrittspforte zum Erholungsgebiet. Und dieses Gebiet werde nicht allein von den Anwohnern der Straße, nicht einmal nur von den Platjenwerbern genutzt. Der Auetalweg und das Naherholungsgebiet würden jedes Wochenende viele Besucher aus Bremen zu ihnen führen – joggend, mit Hund, mit Rad und zu Fuß; Kinder, junge Familien, Senioren.
„Im Winter sind sie hier mit dem Schlitten unterwegs“, erzählt Nicola Böse. Sie selbst habe als Kind dort gespielt. „Es ist einfach eine besondere Atmosphäre – mit der Streuobstwiese, den alten Häusern.“ Daran, so findet sie, dürfe nicht gerührt werden. „Ja, so etwas findet man sonst nirgends mehr“, sagt Monika Götze. Einen Ort, an dem die Kinder ungestört und ungefährdet durch Autos spielen könnten.
„Es geht hier nicht nur um uns Anwohner, sondern um alle, die diesen Naherholungsbereich nutzen; hier geht für jeden was verloren“, sagt Christoph Morgenroth-Branczyk. Der Vorstand des Heimatvereins, so berichtete er, stellt sich daher klar gegen den Antrag. Und er ist nicht allein: Seit die Platjenwerber vorigen Dienstag von dem Antrag erfahren haben, informieren sie die Bürger, sammeln Unterschriften, wehren sich. Innerhalb von zwei Tagen hatten sie 250 Namen zusammen. Diese haben sie Freitag der Stellvertreterin der Bürgermeisterin, Ute Marquardt, überreicht. Sonnabend hatten sie bereits 400. Und sie sammeln weiter.
„Wir sind nicht dagegen, dass Familien nach Platjenwerbe ziehen“, stellt Daniel Götze klar. Aber ein Baugebiet sei der falsche Weg. In Platjenwerbe habe der Generationswechsel begonnen. Immer mehr Häuser stünden zum Verkauf. „Und es gibt Baulücken.“ Hinterbebauung sei bei den großen Grundstücken ebenfalls denkbar. Wertvolles Grünland zuzubauen, wie beantragt, sei nicht nötig, ist sich die Gruppe einig.
Wie der Bauausschuss zum Antrag steht, wird sich Dienstag, 23. Mai, zeigen.


Foto: Christian Valek

WESER-KURIER vom 06.10.2016:

 

Warten auf das Geld aus Brüssel - Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses könnte im November beginnen

Platjenwerbe. Arne Börnsen ist mit dem Stand der Dinge zufrieden. „Schließlich ist nun absehbar, dass es mit der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Platjenwerbe los geht“, teilt das Vorstandsmitglied des Trägervereins Dorfgemeinschaftshaus Platjenwerbe auf Nachfrage der Redaktion mit. Seinen Informationen zufolge sollen die Handwerker Anfang November anrücken, um mit dem ersten Abschnitt der Sanierung, dem Dach, zu beginnen.
Die Verwaltung der Gemeinde Ritterhude hält sich diesbezüglich zwar etwas bedeckter als Börnsen, ist aber optimistisch. Sie wartet noch auf den endgültigen Bescheid, dass sie die beantragten öffentlichen Fördermittel aus dem Leader-Programm der EU erhält. Die Förderquote liegt bei 50 Prozent. Die Gemeinde hofft laut Kämmerer Daniel Plikat daher, von den veranschlagten Kosten in Höhe von 329 000 Euro die Hälfte, also 165 000 Euro, erstattet zu bekommen. Die Gemeinde gehe davon aus, dass sie die Genehmigung bis Ende der 41. Kalenderwoche hat, also bis spätestens 15. Oktober. Sobald die Zusage vorliegt, könne die Maßnahme ausgeschrieben und der Auftrag vergeben werden, berichtet Börnsen. Das habe er bei einer Info-Veranstaltung für die betroffenen Vereine erfahren.
Lange haben die Platjenwerber auf die Sanierung ihres Dorfgemeinschaftshauses gewartet. Vor acht Jahren sei das Thema erstmals im Verein besprochen worden, erinnert sich Börnsen. Es habe jedoch seine Zeit gebraucht, bis die Mitglieder Politik und Verwaltung davon überzeugt hatten, dass sie kein „Wolkenkuckucksheim“ wollten. Dann ergab sich die Chance, Fördermittel für das Projekt zu bekommen. Diese Gelegenheit dürfe sich keine Gemeinde entgehen lassen, meint Börnsen. „Die Verzögerung musste in Kauf genommen werden.“ Denn um das Gelder zu erhalten, mussten nicht nur die Kosten für die Dachsanierung ermittelt werden, sondern für die Gesamtmaßnahme „Dorfgemeinschaftshaus“. Und das ging nicht über Nacht. Eins kam zum anderen. Doch nun sei dem Verein signalisiert worden, dass es bald losgehen könne, sagt Börnsen. Zudem seien wöchentliche Baustellengespräche vereinbart worden, an denen er als Vertreter des Trägervereins teilnehmen solle. „So werden wir rege lmäßig und verbindlich informiert.“
Gebäude nach Baufortschritt nutzbar
Zu den Sanierungsschritten sagt Börnsen: „Die Dachpfannen kommen komplett runter.“ Zunächst werde der hintere Teil des Daches nahe des Kindergartens gemacht, dann komme das Flachdach des Raumes dran, der von der Sportgemeinschaft Platjenwerbe für Sitzungen genutzt wird, und zum Schluss der vordere Dachbereich des Dorfgemeinschaftshauses. Sind die Pfannen unten, werde der Zustand des Daches geprüft. „Man weiß bei solchen Sanierungen nie, was man noch entdeckt“, so Börnsen. Danach gehe es darum, das Dach zu dämmen, eine neue Lattung herzustellen und das Dach mit neuen Pfannen zu decken. „Wenn die Witterung mitspielt, wird das Dach im Januar fertig sein“, lauten seine Informationen.
Für die Dauer der Arbeiten wird das Gebäude eingerüstet und durch einen Bauzaun gesichert. Schließlich soll niemand durch herabfallende Dachziegel verletzt werden. Das bedeute aber nicht automatisch, dass das Dorfgemeinschaftshaus bis zum Ende der Sanierung von den Vereinen nicht genutzt werden könne. „Je nach Baufortschritt wird die Nutzung ermöglicht“, sagt Börnsen, der diese Informationen tagesaktuell übers Internet verbreiten will. Sodass alle Mitglieder wissen, ob ihre Veranstaltung stattfindet oder ausfallen muss. Bei denen, die keinen Zugang zum Internet besitzen, setzt er auf den „Dorfklatsch“. „Der funktioniert doch am besten“, schmunzelt er.
Läuft alles wie geplant, werde es ab März 2017 mit der Kernsanierung des Dorfgemeinschaftshauses weitergehen. Abgesehen von den Fenstern werden der Sanitärbereich, der Saal und die Küche erneuert. Letztere werde der Trägerverein aus seiner eigenen Kasse anschaffen, merkt Arne Börnsen an.
Zeitgleich mit der Kernsanierung des Dorfgemeinschaftshauses, so habe er erfahren, wolle die Gemeinde die benachbarte Kindertagesstätte umbauen, berichtet Börnsen. Außerdem soll dann auf dem Areal auch das neue Kleinspielfeld angelegt werden. Der gesamte Bereich werde für diese Zeit zur Baustelle. Ziel: „Zu den Sommerferien wäre alles fertig“, so Börnsen.


Weser-Kurier 04.10.2016

 

Moderne Vielfalt trifft dörfliche Tradition
Heimatverein Platjenwerbe wertet Einwohner-Umfrage aus / Ortsentwicklung bleibt ein Reizthema
Platjenwerbe. 2365 Menschen leben laut Ritterhude Verwaltung im Ortsteil Platjenwerbe. 1050 von ihnen fanden in diesem Sommer einen Fragebogen in ihrem Briefkasten, den 284 und damit 27 Prozent der Befragten beantworteten. Das sind 12,25 Prozent aller Platjenwerber. Die Umfrage stammte vom Heimatverein Platjenwerbe. Er wollte wissen, wie er für jüngere Generationen attraktiver werden könne. Soweit, so plausibel. Stutzig machte dagegen – zumindest zwei Platjenwerber –, dass der Verein auch Fragen zur Ortsentwicklung stellte. Insbesondere zur Architektur und zur Ausweisung neuer Baugebiete.
Zum ersten Mal in der 36-jährigen Vereinsgeschichte hatte der Vorstand eine solche Umfrage gestartet. Vorsitzender Günther Teute hatte seinen Vorstandskollegen Dierk Pohl damit beauftragt. Der hatte gegenüber dem Verein erklärt, dass er sich für Ortsentwicklung interessiere – ein Thema, das in den vergangenen Monaten auch Verwaltung und Politik beschäftigt hatte: Zwei Platjenwerber hatten mehr als 50 Unterschriften für die Aufstellung einer Gestaltungssatzung für ihren Ort gesammelt. Ziel der Initiative war es, moderne Bauten etwa im „Toscana-Stil" zu verhindern. Die Verwaltung hatte seinerzeit erwidert, dass Aufwand und Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen und zur Umsetzbarkeit stünden, und dass nur noch drei Prozent der Häuser in Platjenwerbe überhaupt unter eine solche Satzung fallen könnten. Der Antrag wurde abgewiesen. Mit seiner Umfrage griff der Heimatverein das Thema selbst auf.
Die Auswertung der Umfrage, bei der Mehrfachnennungen möglich waren, stieß jetzt auf reges Interesse. Pohl und Schatzmeisterin Britta Brockmann präsentierten sie in einem gut besuchten Dorfgemeinschaftshaus. Das Angebot, über die Ergebnisse zu diskutieren, nahmen jedoch nur zwei Kritiker wahr. Das Gros der Zuhörer verschob die Debatte in den gemütlichen Teil des Abends mit Bier und Saft.
Mehr Helfer benötigt
Die, die sich vorab Luft machten, vertraten Positionen, die gegensätzlicher kaum sein können. Dem ersten Kritiker ging bereits die Frage nach der Architektur im Ort zu weit. Er sprach von Stimmungsmache, erinnerte an die Aussage der Verwaltung zur Gestaltungssatzung. Was also, so wollte er vom Verein wissen, habe dieser mit seinen Fragen bezweckt? Antwort: Neben dem Wunsch, eine Diskussion anzuschieben, könne man sich vorstellen, die Umfrage als Grundlage für eine weitere Veranstaltung – mit der Verwaltung – zu nutzen.
Die zweite Kritikerin warf dem Verein vor, den eigentlichen Kern des Ortsbild-Problems nicht aufgegriffen zu habe. Nicht nur die neue Architektur passe nicht nach Platjenwerbe, behauptete sie. Auch deren Bewohner nicht. Diese Menschen seien weder an Gärten noch an Nachbarschaft interessiert. Sie seien ein sozialer Fremdkörper in ihrem Dorf, so ihr Vorwurf. Pohl schritt ein. Bei aller von ihm versicherten Offenheit für Kritik: „Ich will nicht, dass der Eindruck entsteht, dass die Menschen in den modernen Häusern nichts von unserem Dorf wissen wollen.“ Lauter Applaus brandete auf. Die Auswertung der Umfrage habe etwas ganz anderes ergeben, versicherte er: „Den Platjenwerbern kommt es nicht auf das Erscheinungsbild der Häuser an, sondern auf die Menschen, die darin leben.“
Ein Blick auf die Umfrage-Ergebnisse zeigt aber auch, dass der Großteil der Platjenwerber, die an der Befragung teilnahmen, durchaus klarere Gestaltungsregeln beim Hausbau wünschen (121 Nennungen) oder die moderne Architektur rundweg ablehnen (73). Diesen 194 Nennungen stehen 164 Nennungen gegenüber, die besagen, dass die Vielfalt gewünscht beziehungsweise damit gelebt werden könne. Die Möglichkeit neuer Baugebiete lehnten wiederum 113 rigoros ab. Nur 21 begrüßten sie mit einem klaren Ja. Baugebiete für Einfamilien- und Doppelhäuser konnten sich wiederum 137 Befragte vorstellen, davon forderten allerdings 94 klare Gestaltungsvorgaben. Auf das Interesse von 94 Personen stieß zudem die Option, Seniorenwohnungen zu schaffen.
Was das Programm des Heimatvereins betrifft, so habe der Vorstand durch die Umfrage motivierende Rückmeldungen und Anregungen, aber auch Ideen für das Dorf erhalten, berichtete Pohl. So fehlt 35 Befragten eine Boule-Bahn und 96 fänden es gut, wenn Platjenwerbe einen Ortsbürgermeister hätte – als Ansprechpartner und Interessenvertreter gegenüber der Verwaltung. Schmerzlich vermisst werden Einkaufsmöglichkeiten sowie eine Gastronomie mit der Möglichkeit eines Dorf-Stammtischs. Mehr Angebote für Kinder und Jugendliche wurden gewünscht, Theaterfahrten, Jazz-Frühschoppen, Faschings- und Weinfest und Flohmarkt angeregt. Besonders interessant fand der Vorstand den Vorschlag, einen Mitfahrdienst zu organisieren.
Was von all diesen Ideen tatsächlich umgesetzt wird, ist zurzeit unklar. Fest stehe nur, dass der Verein, um diese Anregungen aufzugreifen, mehr aktive Mitglieder brauche, so der Vorstand.

Weser-Kurier 31.08.2016

Heimatverein will es wissen
Fragebogen zur Ortsentwicklung geht an 1500 Haushalte in Platjenwerbe
Platjenwerbe. Grüne Hecken oder Sichtschutzmauern, weitere Baugebiete oder ein verbessertes Angebot für jüngere Dorfbewohner? Die neuen Mitglieder im Vorstand des Heimatvereins Platjenwerbe haben sich Gedanken zur Zukunft des Ortes gemacht und das Ergebnis ihres Nachdenkens in Form eines Fragebogens veröffentlicht. Schriftführer Hubertus Pregler sowie die für den Bereich Ortsentwicklung zuständigen Dierk Pohl  und Christoph Morgenroth-Branczyk haben einen vierseitigen Fragebogen entworfen,  der seit dem 22. August an insgesamt 1500 Haushalte in Platjenwerbe verteilt wurde.


Es stimme ihn traurig, dass die Mitglieder des Heimatvereins immer älter würden, so der Vorsitzende Hans-Günther Teute. „Wenn wir Veranstaltungen für Senioren anbieten, wundert es mich nicht, dass kaum junge Leute teilnehmen. Aber wenn es um die Entwicklung des Ortes geht, geht es doch auch um ihre Erwartungen an die Zukunft. Das müsste die jungen Menschen doch interessieren“, findet er. Der 550 Mitglieder starke Verein habe zwar Mitglieder zwischen zwei und 99 Jahren. Aber das Gros sei schon über 60, wie er zugibt. Um diese Entwicklung aufzuhalten und mehr junge Menschen und Familien für den Verein zu gewinnen, habe man sich zu dieser Umfrage entschlossen. Zur Gewährleistung der  Anonymität hat man die Papierform gewählt. Vor dem Vereinsdomizil in der alten Schule wurde  ein großer grüner Briefkasten aufgestellt. Dort hinein sollen bis zum 11. September, dem Tag der Kommunalwahl, die  ausgefüllten Bögen in neutralen Umschlägen ohne Absender geworfen werden. „Je mehr Rückläufe wir bekommen, desto repräsentativer ist die Umfrage“ wirbt Hans-Günther Teute.


Das Material wird anschließend ausgewertet, und das Ergebnis soll veröffentlicht werden. Der Verein lädt dazu am 30. September um 19.30 Uhr ins Dorfgemeinschaftshaus ein. Nach der Präsentation können die Ergebnisse diskutiert werden. Hinterher ist ein gemütliches Beisammensein geplant.


66 Fragebögen sind schon zurückgekommen. Hubertus Pregler, von Haus aus Mathematiker, hat schon mal reingeschaut und sich gewundert: „Die Hälfte der Befragten ist nach eigenen Bekunden nicht Mitglied im Verein.“ Vielfältig waren die Antworten auf die Frage nach den Gründen, warum man in Platjenwerbe wohnt. Die Ruhe, der dörfliche Charakter, die Stadtnähe  und die naturnahe Lage wurden angeführt. „Wir wollen die Bürger mit unseren Fragen zum Nachdenken bringen. Sie sollen uns mitteilen, was sie vermissen“, fasst Hubertus Pregler zusammen. Aber nicht nur Einschätzungen zur Gestaltung und Entwicklung des Ortes werden abgefragt. Auch über das Programm des Heimatvereins und  seine Öffentlichkeitsarbeit erhofft man sich neue Einschätzungen und hilfreiche Vorschläge. „Unser Jahresbeitrag beträgt 7,50 Euro pro Person. In den ersten Fragebögen, die zurückkamen, konnten sich die Leute vorstellen, bis zu 80 Euro pro Jahr zu zahlen“ so Hubertus Pregler. Weitere Ideen: eine Vernetzung mit dem Kinder- und Jugendförderverein oder den Sportlern. „Für junge Leute haben wir momentan kaum Angebote. Das ist so. Aber das soll nicht so bleiben“, sagt Hans-Günther Teute.